Die Ruinen von Ani, einst eine blühende mittelalterliche Stadt, zeugen von der turbulenten Herrschaft Fadl ibn Schawurs im 12. Jahrhundert. Als Sohn des abgesetzten Emirs Abu'l-Aswar Schawur eroberte Fadl Ani um 1125 von den Georgiern zurück und versprach seltenen Schutz für die christliche Bevölkerung. Seine kurzlebige Herrschaft erstreckte sich bis nach Dvin und Gandscha, doch der Verlust Dvins an den türkischen Emir Qurti führte um 1130 zu seiner Ermordung durch Höflinge.
Heute können Besucher auf dem windgepeitschten Plateau von Ani Überreste von Kirchen und Moscheen aus Fadls Zeit erkunden. Die Doppelmauern der „Stadt der 1001 Kirchen“ zeigen noch schaddadidische und georgische Architektureinflüsse. Geschichtsinteressierte erleben hier eine wenig bekannte Epoche, in der christliche und muslimische Herrscher um den kaukasischen Knotenpunkt kämpften. Frühbesuche vermeiden Menschenmassen, festes Schuhwerk ist empfehlenswert.
